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In einer Lausitzer Urkundensammlung, dem Codex Lusatia, ist eine lateinische Urkunde vom 25. Februar 1222 enthalten. Bruno II., Bischof von Meißen, bestimmt von Godewe (Göda) aus, dass neun Kirchen des Bautzener Landes dem Dekan des Budissiner Domstiftes St. Petri unterstellt werden. Es sind Welintin (Wilthen), Neinkirgen (Neukirch), Solant (Sohland), Cunewalde, Gradis (Gröditz), Porsicz (Purschwitz), Bukewicz (Hochkirch), Klix, Guttin (Guttau). Bukovici / Bukewicz besaß also 1222 bereits eine Tochterkirche des Bautzener Domes. Nachdem die Deutschen zuvor das Lausitzer Land in Besitz genommen hatten, siedelten nun auch deutschstämmige Bauern in der hiesigen Gegend. So bildete sich in Hochkirch um die Kirche - neben dem alten sorbischen Ort - eine neue Siedlung. Mit der Gründung von Lubaw (Löbau) durch die deutschen Siedler, verlor die alte Handelsstraße über den Czorneboh an Bedeutung und die neue Verbindung zwischen Bautzen und Löbau (heute B6) wurde zu einer wichtigen Achse. Nun waren in Hochkirch auch Wagner und Schmiede ebenso gefragt wie das Rasthaus (Korma). Vielleicht war das alte Rasthaus zugleich das des Ortsrichters. Noch heute gibt es in Hochkirch einen Gerichtskretscham.
 
Die deutschen Siedler in Bukovici änderten bald den Namen ihres Ortes. In einer Urkunde vom 23. Juni 1368 liest man erstmals den neuen Namen Hoynkirche. Die Schreibweise wechselt in den folgenden Jahrhunderten: 1481 Hoenkirchen, 1491 Hoekirche, 1495 Hoenkirch, 1505 Hohkirch, bis sich schließlich die Schreibweise Hochkirch herausbildete. Der sorbische Name der Siedlung blieb aber weiterhin im Leben der Menschen hier lebendig und bezeichnet im Sorbischen mit Bukecy den Ort bis heute. Im Budissiner Gerichtsbuch ist so 1434 die sorbische Form auch als Familienname verzeichnet: Ein Hans Bugkewicz besitzt einen Hof auf der Reichenstraße. Vielleicht war er aus Bukewicz zugewandert?!
 
Mit der Ergiebigkeit der Fluren um Bukewicz kann es in erster Zeit nicht weit her gewesen sein; denn es verlockte keinen deutschen Ritter, sich hier einen Herrensitz anzulegen. Es gab auch späterhin weder ein Rittergut noch ein Schloss in Hochkirch. In dem Nahen Talgrund von Kuppritz aber, der geschützter und fruchtbarer war, setzte sich ein Ritter an den sorbischen Weiler an. Der Herrenhof zu Koperic wird 1222 erstmals erwähnt. Offenbar wurden auch die Bauern von Bukewicz / Hochkirch den Herren von Koperic Dienste zu leisten. Es entstand ein Vorwerk am Westrand des alten Dorfes. Das Rittergeschlecht derer von Kopperitz, das in der weiteren Umgebung noch viele Güter besessen hatte, verließ 1350 das sorbische Gebiet und machte sich im neubesiedelten deutschen Oberland ansässig. So finden sich Vertreter dieses Geschlechtes noch lange Zeit in Oppach und Sohland. Die folgenden Herren auf Kuppritz - u.a. derer von Leubnitz und derer von Gersdorf - hielten an ihrem Hochkircher Besitz fest. Jedoch waren sie nicht die Einzigen, die Anteile in Hochkirch besaßen. So hatten auch die Rittergüter Pommritz und Rodewitz ihren Besitz im Kirchort. Für die Kirche selbst und ihre Umgebung blieb bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Bautzener Domstift Grundherr, denn selbst als 1540 die Reformation in Hochkirch eingeführt wurde und somit der Ort und die Kirchgemeinde evangelisch wurden, bewahrte sich das katholische Domstift die grundherrlichen Rechte. Die Bauern dieser Grundstücke waren als Pfarrdotalen für die Versorgung des Ortspfarrers zuständig. Später besaß auch das Kreisamt Budissin noch einige Flurstücken in Hochkirch, so dass schließlich 5 verschiedene Grundherren in Hochkirch ihren Einfluss geltend machen wollten.
 
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